Letzten Winter gönnte ich mir, zusammen mit einer Freundin, einen Sprachurlaub auf Malta. Wir hatten beide mehrere Monate an der Volkshochschule verbracht, um unser Englisch aufzufrischen. Eine Woche Malta sollte die Belohnung für unsere Mühe, mit gleichzeitiger Vertiefung der erworbenen Fähigkeiten, sein. Nach einigem wälzen von Sprachreise-Magazinen, fiel unsere Wahl auf die sonnige Mittelmeerinsel. Slogans wie "English Lernen unter der Sonne" lockten uns genauso zu Sprachferien auf Malta, wie ein für Malta extrem positiv ausfallender Preisvergleich für Billigflieger.

Es war Anfang November, als wir in Valletta, der Hauptstadt Maltas, mit einem Direktflug aus München ankamen. Ein Fahrer der Sprachenschule empfing uns und fünf weitere Gäste. Im Gegensatz zum kalten und regnerischen Deutschland, bestach Malta mit strahlendem Sonnenschein und 20 Grad Außentemperatur. Die Fahrt ins 15 Minuten entfernte Sliema gab uns einen ersten Eindruck von der historischen Mittelmeerinsel. Palmengesäumte Strassen, bunte Fischerboote im Hafen und antike Gebäude versetzten uns sofort in Urlaubsstimmung.

Unser Hotel in Sliema war einfach und sauber. Zentral gelegen, konnten wir leicht zu Fuß die Uferpromenade erreichen. Ein Spaziergang, der zum allabendlichen Ritual werden sollte. Hier drängten sich dicht an dicht Restaurants, Bars, Souvenirläden und Eisdielen. Einen atemberaubenden Blick übers Meer, auf die historische Altstadt von Valletta, gab es kostenfrei, als extra Bonus, obendrein.

Unsere Vormittage verbrachten wir mit vertiefendem Englischunterricht in der Sprachschule. Den Rest des Tages nahmen wir frei, um Malta genauer zu erforschen damit man auf diesen Sprachreisen auch noch etwas Kultur erleben konnten. Mit dem Bus konnten wir jedes Ziel auf der 316 km2 kleinen Insel gut erreichen, auch wenn einige Fahrzeuge aus der Flotte eher an Museumstücke erinnerten und weite Streckenabschnitte mit Schlaglöchern gesäumt waren.
Unser erstes Abenteuer führte uns, in einem dieser Oldtimer-Busse der Line 65, nach Mdina, eine kleiner historischer Ort mit Kathedrale und Museum. Nicht weit entfernt von Mdina liegt Rabat, wo man die St. Paul Katakomben besuchen kann. Auf dem Rückweg machten wir noch halt in Mosta, um eine Kirche zu besichtigen, die beinahe der Zerstörung im 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen wäre. Eine Bombe landete direkt neben dem Altar, rollte dann aber durch den Mittelgang aus dem Gebäude, bevor sie detonierte.

Weitere Ausflüge führten uns zu den Tempelruinen in Hagar Qim, der blauen Grotte, einem Künstler- und Handwerkerdorf, auf die Nachbarinsel Gozo und natürlich in die historische Hauptstadt Valletta.

Viel zu schnell war unsere Woche in Malta vorbei. Die kleine Insel im Mittelmeer hat uns sehr beeindruckt mit ihrem allgegenwärtigen, von Griechen, Arabern und Briten geprägten, kulturellen und architektonischen Reichtum.